Das Projekt o.T.

Mit einer Fülle von Aktivitäten zur Aufarbeitung der historischen, juristischen, finanziellen, gesellschaftspolitischen und organisatorischen Fragen in Zusammenhang mit den Opfern von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen (www.fuersorgerischezwangsmassnahmen.ch) hat die Schweiz ihre Verantwortung gegenüber den Betroffenen wahrgenommen. Auffallend war, dass nebst dem aufmerksamkeitsstarken finanziellen Entschädigungsverfahren die Betroffenen vorallem beforscht und befragt werden, dass sie sich in einem Forum austauschen können, dass sie sich aber oftmals als Forschungsobjekte instrumentalisiert fühlten und ungewollt in Abhängigkeiten von Experten und Expertisen geraten sind.

Diesem Status als passive, in der Opferrolle Festgehaltene setzten wir (ein Team verschiedener Fachfrauen) das Projekt o.T. entgegen. Betroffene, die offensichtlich intelligent und zornig über die erlittenen Ungerechtigkeiten (Traumata) waren, sollten die Möglichkeit erhalten, aktive Subjekte ihrer Geschichte zu werden. Mit welchen Ideen und Mitteln dies geschehen sollte, war offen, daher der Name o.T.

Betroffene von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen aus der ganzen Schweiz wurden im Herbst 2015 eingeladen. Es solle in einer koordinierten Gruppe gestalterische Formen erarbeitet werden, um sich aktiv und eigenständig an die Öffentlichkeit zu wenden. Im November 2015 konnte die Gruppe starten. Dank dieser einmaligen und neuen Herangehensweise als Gruppe war es den Teilnehmenden in einem langen Prozess möglich, mit ihrer kreativen Arbeit einen Weg aus der Opferrolle zu finden und ihre Geschichte in die eigene Hand zu nehmen. Dies war nicht ohne Überwindung zuweilen arger Ängste, Schmerzen und eingeschliffener Widerstände möglich.

Die Initiantinnen des Projektes sind:
Mirjam Baitsch, Anthropologin, Kommunikationsfachfrau
Anita Bäumli, Psychologin, politische Wissenschaften und Geschichte
Jeannette Fischer, Psychoanalytikerin
Marion Strunk, Kulturwissenschaftlerin und Künstlerin
Elisabeth von Salis, Psychoanalytikerin und Gruppenkoordinatorin
Helen Winkler, Marketingleiterin

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